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Hoffmanns Scheingeld für Braunschweig

 

Ohne vorherige Vorstellung in den zuständigen Ratsgremien preschte der scheidende Oberbürgermeister Hoffmann am Freitag letzter Woche mit echt heftigen (Wunder)Zahlen in die Lokal-Medien.

 

Ein schönes Bild habe er zu seinem Abschied da abgeliefert, lobte er sich gegenüber der Presse selbst.

 


Mobilisierung letzter Reserven


Bekanntlich aber ist der schöne Schein nicht immer auch das ungeschminkte Sein:


- Abwsserverband BS: so ist in der  für den "Gesamt-Konzern Stadt" vorgelegten Bilanz 2012 erstmals der Abwasserverband Braunschweig einbezogen (wegen seinerzeitiger kredit-ähnlicher Verpflichtungen aus der Abwasserprivatisierung). Damit soll sich der städtische Gesamtabschluß um sage und schreibe 193 Millionen € verbessern; aber Vorsicht - das Zahlenwerk ist mitnichten offiziell geprüft, so dass die Hinterfragung eines kreditähnlichen Geschäftes zwischen AVB und Stadt von immerhin 178 Millionen € noch nicht abschließend bewertet wurde.


- Wohnungswerte der Nibelungen Wohnbau GmbH verdoppelt: Die städtische Nibelungen Wohnungsgesellschaft wurde mit einem Federstrich um 159 Millionen wertvoller gemacht, das städtische Klinikum  um 19 Mio.€ und selbst die städt. Volkshochschule ist plötzlich rd. 1 Mio.€ reicher.

Übrigens: noch in den Jahren 2004 bis 2007 wurden zusmmen rd. 1.000 Wohnungen en bloc an eine private Wohnungsgesellschaft zum Gesamtpreis von nur rd. 20 Millionen € verkauft - also  nur 20 Tausend € pro Wohnung!

Nun erst erkennt man im Rathaus das verkannte Juwel.

 

Basis Reinvermögen stagniert

 

Das Reich-Rechnen ändert aber nichts daran, dass die Stadt in den vergangenen Jahren fast das gesamte rentierliche Vermögen verscherbelt hat und die daraus eingenommenen rd. 750 Mio.€ unwiederbringlich ausgegeben und damit verloren hat. Ablesbar ist dies...


...bei einer bereinigten Vermögensbetrachtung:

So hatte die Stadt noch im Jahre 2001 (also vor Hoffmann) ein Reinvermögen von rd. 800 Mio.€.

 

Jetzt weist man im Gesamtkonzern-Abschluß für 2012 491 Millionen € als Reinvermögen aus! Und  dieses Reinvermögen besteht  noch zu rd.340 Mio. € aus sog. Infrastrukturvermögen - also Straßen, Plätzen und Stadt-/Straßenbäumen.

 

Aus einer gut aufgestellten Stadt mit eigener Daseinsvorsorge, Bädern, Stadtwerken und solider Wohnungsgesellschaft wurde unter der Privatisierungspolitik rd. 1 Milliarde € herausgepreßt und für fragwürdige Prestigeprojekte vergeudet.
Die vorgelegte Hoffmannsche Gesamtbilanz kann das bei genauem Hinsehen nicht verdecken. Das scheint auch Hoffmann zu befürchten, denn sie ist (vorsorglich?) nicht einmal von ihm unterschrieben worden.


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